Das Google-Unternehmensprofil ist der kostenlose Eintrag, mit dem dein Betrieb in der Google-Suche und in Google Maps erscheint, inklusive Adresse, Öffnungszeiten, Fotos und Bewertungen. Früher hieß der Dienst Google My Business. Für Handwerksbetriebe, Praxen, Läden, Restaurants und Dienstleister ist ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil oft der wichtigste digitale Kontaktpunkt, noch vor der eigenen Website.
Diese Anleitung führt dich Schritt für Schritt durch Einrichtung und Bestätigung. Danach erfährst du, wie du dein Profil optimierst, Beiträge und Fotos nutzt, Bewertungen souverän beantwortest und mit den Leistungsdaten den Erfolg misst.
Inhaltsverzeichnis
Warum sich ein Google-Unternehmensprofil für jeden Betrieb lohnt
Wer nach „Steuerberater in der Nähe“ oder „Tischlerei Münster“ sucht, sieht oft zuerst eine Karte mit mehreren Einträgen. Diese Einträge stammen aus dem Google-Unternehmensprofil. Interessenten können direkt anrufen, eine Route planen oder die Website öffnen, ohne weitere Suche.
Das Profil wirkt außerdem als Schaufenster. Fotos, Bewertungen und aktuelle Öffnungszeiten entscheiden mit darüber, ob jemand dich oder den Mitbewerber anruft. Ein unvollständiges oder veraltetes Profil kostet Anfragen, die du nie bemerkst.
Angenommen, eine Bäckerei mit drei Filialen pflegt nur ihre Website, nicht aber ihre Profile. Dann sehen Kunden am Ostermontag womöglich reguläre Öffnungszeiten, stehen vor verschlossener Tür und hinterlassen verärgert eine Bewertung. Ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil je Filiale verhindert genau solche Fehler und spart Nachfragen am Telefon.
Wichtig zu wissen: Google legt häufig auch ohne dein Zutun einen Eintrag für dein Unternehmen an, etwa auf Basis öffentlicher Daten oder von Nutzerhinweisen. Dann geht es nicht um das Anlegen, sondern um das Übernehmen. Prüfe deshalb zuerst, ob es schon einen Eintrag gibt. Wie das Profil in deine gesamte lokale Strategie passt, zeigt unser Beitrag zu Local SEO.
Google-Unternehmensprofil einrichten: Schritt für Schritt
Die Einrichtung dauert meist weniger als eine halbe Stunde. Die Schritte orientieren sich an der offiziellen Anleitung in der Google-Unternehmensprofil-Hilfe:
- Google-Konto vorbereiten: Melde dich mit einem Google-Konto an, am besten mit einer geschäftlichen Adresse, auf die auch eine Vertretung zugreifen kann.
- Profil anlegen: Rufe die Seite zum Erstellen eines Unternehmensprofils auf und gib den Namen deines Unternehmens ein. Wird ein bestehender Eintrag vorgeschlagen, wähle ihn aus und beantrage die Übernahme.
- Kategorie wählen: Suche die Hauptkategorie, die deine Tätigkeit am genauesten beschreibt.
- Standort festlegen: Gib an, ob Kunden dich an einer Adresse besuchen können. Wenn ja, trägst du die Adresse ein.
- Einzugsgebiet angeben: Wenn du Kunden vor Ort besuchst, legst du Orte oder Regionen fest, die du bedienst. Google erlaubt bis zu 20 Gebiete.
- Kontaktdaten ergänzen: Trage Telefonnummer und Website ein.
- Bestätigung starten: Wähle, ob du dein Unternehmen jetzt oder später bestätigst.
Einen bestehenden Eintrag übernehmen
Findest du dein Unternehmen bereits bei Google, öffne den Eintrag und wähle die Option, die Inhaberschaft zu beanspruchen. Ist das Profil schon von jemand anderem bestätigt, etwa einer früheren Agentur oder einem ehemaligen Mitarbeiter, kannst du über das Profil einen Zugriff anfordern. Reagiert der bisherige Inhaber nicht, bietet Google weitere Schritte an.
Kläre solche Altlasten möglichst früh. Ein Google-Unternehmensprofil, auf das niemand im Betrieb Zugriff hat, lässt sich weder aktualisieren noch gegen falsche Änderungen schützen.
Achte schon beim Anlegen auf den Firmennamen. Er muss dem Namen entsprechen, unter dem du im Alltag auftrittst, etwa auf Schild, Briefkopf und Website. Zusätze wie Ortsnamen oder Werbebegriffe gehören nicht hinein.

Das Profil bestätigen
Erst nach der Bestätigung, auch Verifizierung genannt, ist dein Google-Unternehmensprofil für Nutzer sichtbar und du kannst es vollständig verwalten. Google wählt die verfügbaren Methoden je nach Unternehmen aus. Möglich sind unter anderem Telefon oder SMS, E-Mail, eine Videoaufnahme oder ein Live-Videoanruf.
Die Bestätigung per Video
Häufig verlangt Google eine Videoaufnahme. Nach der Google-Hilfe muss sie mindestens 30 Sekunden lang sein, ohne Schnitt und live über das Mobilgerät im Profil aufgenommen werden. Zeigen solltest du je nach Unternehmensart:
- den Standort, etwa Straßenschild oder markante Punkte in der Umgebung,
- das Unternehmen selbst, zum Beispiel ein Schild mit dem Firmennamen am Eingang oder Firmenfahrzeuge und Arbeitsmittel,
- einen Nachweis, dass du berechtigt bist, etwa indem du die Ladentür aufschließt oder Zugang zu den Geschäftsräumen zeigst.
Personen und vertrauliche Unterlagen gehören nicht ins Video. Die Prüfung kann laut Google bis zu fünf Arbeitstage dauern. Plane deshalb etwas Vorlauf ein, wenn du zum Beispiel eine Neueröffnung ankündigen willst.
Das Google-Unternehmensprofil optimieren
Ein bestätigtes Profil ist nur der Anfang. Je vollständiger und genauer deine Angaben, desto besser versteht Google, wann dein Betrieb zu einer Suche passt. Gehe die folgenden Bereiche einmal gründlich durch.
Kategorien und Leistungen
Die Hauptkategorie ist der wichtigste Hebel. Wähle sie so konkret wie möglich und ergänze nur wenige Nebenkategorien, die wirklich zutreffen. Unter „Leistungen“ beziehungsweise „Produkte“ beschreibst du dein Angebot im Detail, etwa „Badsanierung“, „Wartung von Wärmepumpen“ oder „Notdienst“.
Beschreibung
In der Unternehmensbeschreibung hast du bis zu 750 Zeichen Platz. Beschreibe sachlich, was du anbietest, für wen und in welcher Region, und was dich unterscheidet. Links, Werbeslogans in Großbuchstaben und Preisaktionen haben dort nichts zu suchen.
Öffnungszeiten und Attribute
Pflege reguläre Öffnungszeiten und trage Sonderöffnungszeiten für Feiertage, Betriebsurlaub oder Inventur rechtzeitig ein. Nichts verärgert Kunden mehr als eine verschlossene Tür trotz „Geöffnet“-Anzeige. Ergänze passende Attribute, etwa barrierefreier Eingang, Parkplätze oder Zahlungsarten.
Kontaktdaten konsistent halten
Name, Adresse und Telefonnummer sollten im Google-Unternehmensprofil exakt so stehen wie auf deiner Website und in Branchenverzeichnissen. Widersprüche verunsichern Kunden und erschweren Google die Zuordnung.
Website, Termine und Kontaktwege
Verlinke im Profil nicht einfach die Startseite, wenn es eine passendere Seite gibt. Für Betriebe mit mehreren Standorten gehört die jeweilige Standortseite in das jeweilige Profil. Wer Termine vergibt, kann je nach Branche einen Link zur Online-Terminbuchung hinterlegen. So wird aus einem Klick im Google-Unternehmensprofil direkt eine Anfrage.
Beiträge und Fotos gezielt einsetzen
Ein aktives Profil wirkt lebendig und vertrauenswürdig. Zwei Funktionen helfen dir dabei besonders.
Fotos und Videos
Echte Bilder schlagen Stockfotos. Zeige Außenansicht und Eingang, damit Kunden dich finden, dazu Innenräume, Team, Werkstatt, Fahrzeuge und Ergebnisse deiner Arbeit. Lade regelmäßig neue Fotos hoch, etwa nach abgeschlossenen Projekten. Achte darauf, dass abgebildete Personen einverstanden sind.
Angenommen, ein Fliesenlegerbetrieb fotografiert jedes fertige Bad vor der Übergabe. Mit der Zustimmung der Kunden entsteht so ohne großen Aufwand eine wachsende Referenzgalerie direkt im Google-Unternehmensprofil.
Beiträge
Über Beiträge veröffentlichst du Neuigkeiten, Angebote oder Veranstaltungen direkt im Profil. Geeignet sind etwa ein Tag der offenen Tür, neue Leistungen, saisonale Hinweise oder Änderungen bei den Öffnungszeiten. Jeder Beitrag kann einen Button enthalten, zum Beispiel „Anrufen“ oder „Mehr erfahren“.
Ein bis zwei Beiträge im Monat reichen für die meisten Betriebe. Wichtiger als die Frequenz ist, dass die Inhalte für Kunden nützlich sind.
Bewertungen erhalten und richtig beantworten
Bewertungen sind für viele Kunden das wichtigste Entscheidungskriterium. Sie fließen nach Angaben von Google zudem in die Bekanntheit eines Unternehmens ein. Ein Google-Unternehmensprofil ohne Bewertungen wirkt schnell verwaist.
Mehr Bewertungen bekommen
Im Profil findest du die Funktion, Kunden um eine Bewertung zu bitten. Sie erzeugt einen Link, den du per E-Mail, auf der Rechnung oder als QR-Code am Tresen teilen kannst. Der beste Zeitpunkt ist kurz nach einem gelungenen Auftrag.
Halte dich dabei an die Spielregeln. Gegenleistungen für Bewertungen und gefilterte Anfragen nur an zufriedene Kunden widersprechen den Google-Richtlinien. Weitere Ideen findest du in unserem Beitrag Kundenbewertungen sammeln.
Antworten mit System
Beantworte jede Bewertung, positive wie negative. Bei Lob genügt ein persönlicher Dank mit Bezug zum Auftrag. Bei Kritik hilft dieses Vorgehen:
- Ruhig bleiben und nicht sofort antworten, wenn der Ärger noch frisch ist.
- Für die Rückmeldung danken und das Anliegen sachlich aufgreifen.
- Keine Kundendaten oder Auftragsdetails öffentlich nennen.
- Eine Lösung oder einen direkten Kontakt anbieten.
- Offensichtlich regelwidrige Bewertungen, etwa Beleidigungen oder Spam, über die Meldefunktion an Google melden.
Antworte möglichst innerhalb weniger Tage und unterschreibe mit deinem Namen. Das zeigt, dass hinter dem Google-Unternehmensprofil echte Menschen stehen, die sich kümmern. Vorformulierte Standardantworten wirken dagegen schnell lieblos, besonders wenn sie unter jeder Bewertung gleich lauten.
Mitlesende achten weniger auf die einzelne Kritik als auf deine Reaktion. Eine souveräne Antwort kann eine schlechte Bewertung in ein Vertrauenssignal verwandeln.
Leistungsdaten auswerten und dranbleiben
Unter „Leistung“ zeigt dir Google, wie Menschen mit deinem Profil interagieren. Früher hieß dieser Bereich „Insights“. Du siehst dort unter anderem:
- wie viele Personen dein Profil in Suche und Maps gesehen haben,
- mit welchen Suchbegriffen sie dich gefunden haben,
- wie oft angerufen, eine Route angefragt oder die Website geöffnet wurde.
Vergleiche die Werte monatlich und verknüpfe sie mit deinen Maßnahmen. Steigen die Anrufe nach neuen Fotos oder einer überarbeiteten Leistungsliste, weißt du, was wirkt. Ergänzend lohnt ein Blick auf die Website selbst, denn viele Interessenten klicken vom Profil weiter. Ob dort alles stimmt, prüfst du mit unserem Website-Check in 20 Minuten.
Typische Fehler vermeiden
- Keywords im Namen: Zusätze wie „Elektriker Münster günstig“ verstoßen gegen die Richtlinien und können zur Sperrung führen.
- Mehrere Profile für denselben Standort: Doppelte Einträge verwirren Kunden und Google. Lass Dubletten zusammenführen oder entfernen.
- Privatadresse ungewollt sichtbar: Wer von zu Hause arbeitet und keine Kunden empfängt, blendet die Adresse aus und nutzt das Einzugsgebiet.
- Änderungen durch Dritte übersehen: Nutzer können Änderungen vorschlagen. Prüfe Benachrichtigungen regelmäßig, damit keine falschen Öffnungszeiten oder Telefonnummern übernommen werden.
Vorsicht auch bei unaufgeforderten Anrufen, in denen angebliche Google-Mitarbeiter eine kostenpflichtige Verlängerung oder Bestätigung deines Eintrags anbieten. Das Google-Unternehmensprofil selbst ist kostenlos. Im Zweifel legst du auf und prüfst den Status direkt in deinem Konto.
Plane für die Pflege eine feste Routine ein, etwa eine halbe Stunde pro Woche: Bewertungen beantworten, ein Foto ergänzen, Öffnungszeiten prüfen. Lege außerdem fest, wer im Team Zugriff hat. Über die Nutzerverwaltung kannst du weitere Personen als Inhaber oder Verwalter hinzufügen, statt Zugangsdaten zu teilen.
Das Wichtigste zum Google-Unternehmensprofil in Kürze
- Das Google-Unternehmensprofil ist kostenlos und steuert deinen Auftritt in Google Maps und der lokalen Suche.
- Prüfe vor dem Anlegen, ob es schon einen Eintrag gibt, und übernimm ihn.
- Erst nach der Bestätigung ist das Profil sichtbar; bei der Videobestätigung kann die Prüfung bis zu fünf Arbeitstage dauern.
- Konkrete Hauptkategorie, vollständige Leistungen, aktuelle Öffnungszeiten und echte Fotos sind die wichtigsten Optimierungen.
- Beantworte jede Bewertung und werte die Leistungsdaten monatlich aus.
FAQ
Häufige Fragen zum Google-Unternehmensprofil
Was kostet ein Google-Unternehmensprofil?
Das Google-Unternehmensprofil ist kostenlos. Du brauchst lediglich ein Google-Konto, um den Eintrag anzulegen, zu bestätigen und zu verwalten. Kosten entstehen nur, wenn du freiwillig zusätzliche Werbung bei Google schaltest oder einen Dienstleister mit der Pflege beauftragst. Vorsicht bei Anrufern, die angebliche Pflichtgebühren für den Eintrag verlangen.
Wie lange dauert die Bestätigung des Profils?
Das hängt von der Methode ab, die Google dir anbietet. Eine Bestätigung per Telefon, SMS oder E-Mail kann sofort abgeschlossen sein. Bei einer Videoaufnahme prüft Google die Einreichung, was laut Google-Hilfe bis zu fünf Arbeitstage dauern kann. Erst danach wird dein Profil für andere Nutzer sichtbar.
Welche Angaben sind im Profil am wichtigsten?
Am wichtigsten sind ein korrekter Firmenname ohne Zusätze, eine möglichst konkrete Hauptkategorie, Adresse oder Einzugsgebiet, Telefonnummer, Website und aktuelle Öffnungszeiten. Danach folgen Leistungen, Beschreibung, Attribute und echte Fotos. Achte darauf, dass Name, Adresse und Telefonnummer exakt mit deiner Website übereinstimmen.
Wie reagiere ich auf eine negative Bewertung?
Antworte ruhig, sachlich und zeitnah. Danke für die Rückmeldung, greife das Anliegen auf und biete einen direkten Kontakt oder eine Lösung an. Nenne keine Kundendaten und diskutiere keine Details öffentlich. Verstößt eine Bewertung gegen die Google-Richtlinien, etwa durch Beleidigungen oder Spam, kannst du sie über die Meldefunktion an Google melden.
Warum wird mein Unternehmen bei Google Maps nicht angezeigt?
Häufige Ursachen sind eine fehlende oder noch laufende Bestätigung, eine unpassende Hauptkategorie, unvollständige Angaben oder eine Sperrung wegen Richtlinienverstößen, etwa durch Zusätze im Firmennamen. Prüfe zuerst den Status im Profil. Bedenke außerdem, dass Google Treffer nach Relevanz, Entfernung und Bekanntheit sortiert und dein Eintrag nicht bei jeder Suche oben steht.