Ein Website-Check ist eine kurze, strukturierte Prüfung deines Webauftritts auf rechtliche Pflichtangaben, technische Sicherheit, Auffindbarkeit, Geschwindigkeit, Barrierefreiheit und Kontaktmöglichkeiten. Du brauchst dafür weder Agentur noch Spezialsoftware, sondern einen Browser, ein Smartphone und rund 20 Minuten. Der Website-Check deckt nicht jedes Detail auf, aber er zeigt dir zuverlässig, wo es brennt.
Die folgende Checkliste ist in sechs Blöcke mit Zeitbudget gegliedert. Arbeite sie der Reihe nach ab, notiere jeden Fund und entscheide am Ende, was du selbst erledigst und wofür du Unterstützung brauchst.
Inhaltsverzeichnis
So nutzt du den Website-Check in 20 Minuten
Bevor du startest, lege dir drei Dinge bereit: deinen Laptop mit aktuellem Browser, dein Smartphone und eine einfache Tabelle mit den Spalten Prüfpunkt, Ergebnis, Priorität und Zuständig. So wird aus dem Website-Check direkt eine Aufgabenliste.
Das Zeitbudget im Überblick:
| Block | Prüfbereich | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Recht: Impressum, Datenschutz, Cookies | 5 Minuten |
| 2 | Technik: HTTPS, Updates, mobile Darstellung | 4 Minuten |
| 3 | SEO-Basics | 4 Minuten |
| 4 | Ladezeit | 3 Minuten |
| 5 | Barrierefreiheit | 2 Minuten |
| 6 | Kontaktwege | 2 Minuten |
Warum sich der regelmäßige Blick lohnt
Websites altern leise. Ein Plugin wird nicht mehr gepflegt, ein Gesetz ändert sich, eine Telefonnummer wechselt, und niemand passt die Seite an. Jeder einzelne Punkt wirkt klein, zusammen kosten sie Anfragen, Vertrauen und im schlimmsten Fall Geld für Abmahnungen oder die Wiederherstellung nach einem Angriff. Ein fester Website-Check im Kalender verhindert, dass sich solche Altlasten ansammeln.
Prüfe immer mindestens drei Seiten: die Startseite, deine wichtigste Leistungs- oder Produktseite und die Kontaktseite. Viele Probleme zeigen sich erst auf Unterseiten.
Kostenlose Werkzeuge für den Website-Check
- PageSpeed Insights für Ladezeit und Core Web Vitals,
- Google Search Console für Indexierung, Suchbegriffe und technische Fehler,
- Entwicklertools des Browsers für Cookies, Netzwerkanfragen und die mobile Ansicht,
- ein Barrierefreiheits-Prüftool wie WAVE oder die Prüfung in Lighthouse für einen ersten automatischen Test.
Block 1: Rechtliche Pflichtangaben prüfen
Rechtliche Lücken sind das größte Risiko, weil sie Abmahnungen nach sich ziehen können. Dieser Website-Check ersetzt keine Rechtsberatung, deckt aber die häufigsten Fehler auf.
Impressum
Seit dem 14. Mai 2024 ergibt sich die Impressumspflicht aus § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG). Vorher stand sie im Telemediengesetz. Prüfe:
- Ist das Impressum von jeder Seite aus mit einem Klick erreichbar, etwa über den Footer?
- Stehen dort Name und Anschrift, bei juristischen Personen zusätzlich Rechtsform und Vertretungsberechtigte?
- Gibt es eine E-Mail-Adresse und einen weiteren Weg zur schnellen Kontaktaufnahme?
- Sind Registereintrag und Registernummer sowie, falls vorhanden, die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer angegeben?
- Bei reglementierten Berufen und zulassungspflichtigen Tätigkeiten: Sind Kammer, Berufsbezeichnung oder Aufsichtsbehörde genannt?
- Verweist das Impressum noch auf das alte Telemediengesetz oder die abgeschaltete EU-Plattform zur Online-Streitbeilegung? Dann ist eine Aktualisierung fällig.
Denke auch an deine Profile in sozialen Netzwerken. Nutzt du sie geschäftlich, brauchen sie in der Regel ebenfalls einen leicht erreichbaren Link zum Impressum. Ein kurzer Blick auf Facebook-, Instagram- oder LinkedIn-Seite gehört deshalb zum Website-Check dazu.
Datenschutzerklärung und Cookies
- Ist die Datenschutzerklärung von jeder Seite aus erreichbar?
- Nennt sie alle eingesetzten Dienste, etwa Kontaktformular, Analyse-Tool, Newsletter, Karten und Videos?
- Öffne die Seite in einem privaten Browserfenster: Erscheint ein Cookie-Banner, und lassen sich nicht notwendige Cookies auf der ersten Ebene ablehnen?
- Laden externe Dienste wie Karten oder Schriften erst nach Zustimmung oder lokal?
Zusatzpunkte für Onlineshops
Wer online an Verbraucher verkauft, hat weitere Pflichten. Prüfe, ob AGB und Widerrufsbelehrung aktuell sind, ob der Bestellbutton eindeutig beschriftet ist, etwa mit „zahlungspflichtig bestellen“, und ob seit dem 19. Juni 2026 eine elektronische Widerrufsfunktion mit der Beschriftung „Vertrag widerrufen“ vorhanden ist. Auch Preisangaben mit Umsatzsteuer und Versandkosten gehören auf den Prüfstand.
Ein häufiger Fund: Das Cookie-Banner funktioniert optisch, aber Tracking startet trotzdem sofort. Worauf es dabei ankommt, erklärt unser Leitfaden zum rechtssicheren Cookie-Banner.

Block 2: Technik und Sicherheit
Technische Mängel kosten Vertrauen und öffnen Angreifern die Tür. Mit diesen Prüfpunkten deckst du die Grundlagen ab:
- HTTPS: Zeigt der Browser ein Schloss-Symbol? Wird die Adresse mit http automatisch auf https umgeleitet? Erscheinen keine Warnungen zu unsicheren Inhalten?
- Updates: Frage nach oder prüfe im Backend, ob Content-Management-System, Theme und Plugins aktuell sind. Veraltete Software ist eines der häufigsten Einfallstore. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt, Updates zeitnah einzuspielen.
- Ungenutzte Erweiterungen: Deaktivierte oder vergessene Plugins löschen statt nur abschalten.
- Backups: Gibt es regelmäßige, automatische Sicherungen, die außerhalb des Servers liegen? Wann wurde zuletzt eine Wiederherstellung getestet?
- Erreichbarkeit: Ist die Seite auch zu Stoßzeiten erreichbar? Ein Monitoring-Dienst meldet Ausfälle automatisch per E-Mail, oft schon in kostenlosen Tarifen.
- Mobile Darstellung: Öffne die drei Testseiten auf dem Smartphone. Sind Texte ohne Zoomen lesbar, Buttons gut tippbar und Menüs bedienbar? Rutscht nichts seitlich aus dem Bild?
Kläre bei dieser Gelegenheit auch die Eigentumsfrage. Auf wen ist die Domain registriert, wer hat die Zugangsdaten zu Hosting und Backend, und liegen sie an einem sicheren Ort im Unternehmen? Ist eine Agentur oder ein ehemaliger Mitarbeiter als Inhaber eingetragen, solltest du das ändern lassen.
Angenommen, ein Elektrobetrieb hat seine Website vor fünf Jahren von einem inzwischen nicht mehr erreichbaren Freelancer bauen lassen. Dann ist dieser Block oft der wichtigste: Ohne Zugangsdaten und Updates wird die Seite zum Sicherheitsrisiko.
Block 3: SEO-Basics im Website-Check
Ohne Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung findet dich niemand, auch wenn die Seite gut aussieht. Prüfe diese Punkte:
- Seitentitel: Hat jede Seite einen eigenen, aussagekräftigen Titel, der im Browser-Tab und in den Suchergebnissen erscheint? Steht dort mehr als nur „Startseite“?
- Meta-Description: Gibt es kurze Beschreibungen, die zum Klicken einladen?
- Überschriften: Hat jede Seite genau eine Hauptüberschrift, die sagt, worum es geht?
- Indexierung: Gib in Google „site:deinedomain.de“ ein. Erscheinen deine wichtigen Seiten? Fehlen sie, kann eine versehentliche Sperre für Suchmaschinen aktiv sein.
- Search Console: Ist die Website in der Google Search Console angemeldet und eine Sitemap eingereicht?
- Bilder: Haben Bilddateien sprechende Namen und beschreibende Alternativtexte statt Kürzeln wie „IMG_4711“?
- Lokale Signale: Stimmen Name, Adresse und Telefonnummer mit deinem Google-Unternehmensprofil überein?
Klicke außerdem stichprobenartig interne Links an. Fehlerseiten nach einem Relaunch, veraltete Leistungsseiten oder ein Blog, dessen letzter Beitrag Jahre zurückliegt, schwächen den Eindruck bei Besuchern und Suchmaschinen gleichermaßen.
Ein schneller Selbsttest: Suche nach deiner Hauptleistung plus Ort. Wenn du auf der ersten Ergebnisseite nicht auftauchst, lohnt sich eine vertiefte Analyse.
Block 4: Ladezeit messen
Langsame Seiten verlieren Besucher, besonders auf dem Smartphone. Für den Website-Check genügt ein kostenloses Werkzeug:
- Öffne PageSpeed Insights von Google und gib die Adresse deiner Startseite ein.
- Schau zuerst auf die mobile Auswertung und die Core Web Vitals.
- Notiere, ob LCP, INP und CLS im grünen Bereich liegen. Als gut gelten laut Google ein LCP bis 2,5 Sekunden, ein INP bis 200 Millisekunden und ein CLS bis 0,1.
- Wiederhole den Test für deine wichtigste Unterseite.
- Notiere die drei größten Empfehlungen aus der Diagnose, häufig zu großen Bildern oder blockierenden Skripten.
Vergleiche die Werte mit deinem letzten Website-Check. Haben sie sich verschlechtert, liegt die Ursache meist in einer jüngeren Änderung, etwa einem neuen Slider, einem Chat-Widget oder unkomprimierten Fotos aus der letzten Aktualisierung.
Rote Werte bedeuten nicht, dass alles neu muss. Oft reichen komprimierte Bilder und weniger Skripte. Die wirksamsten Hebel findest du in unserem Leitfaden zur Ladezeit der Website.
Block 5 und 6: Barrierefreiheit und Kontaktwege
Barrierefreiheit im Schnelltest
Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Es betrifft vor allem Websites, über die Verbraucher Verträge abschließen können, etwa Shops und Buchungsstrecken; Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, sind ausgenommen. Barrierearmut hilft aber jeder Website. In zwei Minuten prüfst du das Wichtigste:
- Tastatur: Navigiere mit der Tab-Taste durch Menü und Kontaktformular. Siehst du immer, wo du gerade bist?
- Kontrast: Ist Text überall gut lesbar, auch hellgraue Schrift oder Text auf Bildern?
- Zoom: Vergrößere die Seite auf 200 Prozent. Bleibt alles nutzbar?
- Bilder und Formulare: Haben Bilder Alternativtexte und Formularfelder sichtbare Beschriftungen?
- Erklärung: Falls dein Betrieb unter das BFSG fällt: Gibt es eine Erklärung zur Barrierefreiheit?
Was das Gesetz genau verlangt und wie eine vollständige Prüfung abläuft, erklärt unser Beitrag zur barrierefreien Website.
Kontaktwege testen
Am Ende zählt, ob Interessenten dich erreichen. Erstaunlich viele Websites scheitern genau hier. Teste deshalb wie ein Kunde:
- Ist die Telefonnummer auf dem Smartphone anklickbar und korrekt?
- Schicke eine Testnachricht über das Kontaktformular. Kommt sie an, und erhältst du eine Bestätigung?
- Schützt ein Spamfilter das Formular, ohne echte Nutzer auszusperren, etwa durch unlösbare Bilderrätsel?
- Funktioniert die angegebene E-Mail-Adresse, und landen Antworten nicht im Spam?
- Sind Öffnungszeiten und Adresse aktuell und identisch mit anderen Einträgen im Netz?
- Gibt es auf jeder wichtigen Seite einen klaren nächsten Schritt, etwa „Termin anfragen“ oder „Angebot anfordern“?
Achte auch auf die Reaktionszeit. Wer auf eine Anfrage erst nach einer Woche antwortet, verliert den Auftrag oft an den schnelleren Mitbewerber. Lege fest, wer eingehende Anfragen bearbeitet und wer vertritt.
Angenommen, das Kontaktformular einer Steuerkanzlei leitet Anfragen seit einem Serverwechsel an ein nicht mehr genutztes Postfach weiter. Ohne regelmäßigen Website-Check bleibt so ein Fehler monatelang unentdeckt.
Nach dem Website-Check: Prioritäten setzen und dranbleiben
Jetzt hast du eine Liste mit Funden. Sortiere sie nach drei Prioritäten:
- Sofort: rechtliche Lücken, Sicherheitsprobleme, defekte Kontaktwege.
- Innerhalb eines Monats: mobile Darstellungsfehler, schlechte Ladezeit, fehlende Seitentitel.
- Im nächsten Quartal: umfassendere Barrierefreiheit, Content-Ausbau, Feinschliff am Design.
Dokumentiere jeden Website-Check mit Datum und Ergebnis. So siehst du beim nächsten Durchgang sofort, was erledigt ist und wo sich Probleme wiederholen. Eine einfache Tabelle reicht, die du im Team teilst. Wer mehrere Websites betreut, etwa für verschiedene Standorte oder Marken, nutzt für alle dieselbe Vorlage.
Viele Punkte erledigst du selbst, etwa Texte, Öffnungszeiten oder Bilder. Für Updates, Sicherheit und rechtliche Detailfragen lohnt sich Unterstützung. Wiederhole den Website-Check jedes Quartal und zusätzlich nach jedem Relaunch, Hosterwechsel oder größeren Plugin-Update. Mit der Zeit dauert er dann tatsächlich nur noch 20 Minuten.
Das Wichtigste zum Website-Check in Kürze
- Prüfe in sechs Blöcken: Recht, Technik, SEO, Ladezeit, Barrierefreiheit und Kontaktwege.
- Das Impressum richtet sich seit Mai 2024 nach § 5 DDG; Verweise auf das Telemediengesetz sind veraltet.
- HTTPS, aktuelle Software und funktionierende Backups sind Pflichtprogramm.
- Miss die Ladezeit mit PageSpeed Insights und achte auf die Core Web Vitals.
- Teste Kontaktwege wie ein Kunde und wiederhole den Website-Check jedes Quartal.
FAQ
Häufige Fragen zum Website-Check
Was prüft ein Website-Check?
Ein Website-Check prüft die wichtigsten Grundlagen eines Webauftritts: rechtliche Pflichtangaben wie Impressum und Datenschutzerklärung, technische Sicherheit mit HTTPS und Updates, mobile Darstellung, SEO-Basics wie Seitentitel und Indexierung, die Ladezeit, die Barrierefreiheit und funktionierende Kontaktwege. Ziel ist eine priorisierte Liste mit konkreten Aufgaben.
Wie oft sollte ich meine Website überprüfen?
Ein kurzer Check pro Quartal reicht für die meisten Unternehmenswebsites. Zusätzlich solltest du nach jedem Relaunch, einem Wechsel des Hosters, größeren Updates oder neuen Plugins prüfen. Rechtliche Angaben gehören außerdem auf den Prüfstand, wenn sich Firmendaten, Rechtsform oder gesetzliche Vorgaben ändern, wie zuletzt beim Wechsel zum Digitale-Dienste-Gesetz.
Welche Angaben gehören ins Impressum?
Nach Paragraf 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes gehören unter anderem Name und Anschrift, bei juristischen Personen Rechtsform und Vertretungsberechtigte, eine E-Mail-Adresse und ein weiterer schneller Kontaktweg ins Impressum. Hinzu kommen je nach Fall Registereintrag, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, Aufsichtsbehörde oder Kammer und Berufsbezeichnung. Im Zweifel lohnt eine rechtliche Prüfung.
Wann lohnt sich ein professionelles Website-Audit?
Ein professionelles Audit lohnt sich, wenn der Website-Check viele rote Punkte zeigt, wenn du einen Onlineshop betreibst oder unter das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz fällst. Auch vor einem Relaunch oder bei sinkenden Anfragen hilft der Blick von außen. Fachleute prüfen Sicherheit, Recht, Barrierefreiheit und Suchmaschinenoptimierung deutlich tiefer als jede Schnellprüfung.
Warum ist HTTPS auch für kleine Websites wichtig?
HTTPS verschlüsselt die Verbindung zwischen Browser und Server. Ohne Verschlüsselung können Formulardaten wie Namen, E-Mail-Adressen oder Nachrichten mitgelesen werden. Browser kennzeichnen unverschlüsselte Seiten als nicht sicher, was Besucher abschreckt. Ein SSL-Zertifikat ist bei vielen Hostern inklusive und lässt sich meist mit wenigen Klicks aktivieren.