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LinkedIn-Unternehmensseite aufbauen: Die Anleitung für den Mittelstand

Vom leeren Profil zur lebendigen Firmenseite: So richtest du deine LinkedIn-Präsenz ein und hältst sie mit wenig Aufwand aktiv.

Laptop mit Notizbuch auf einem Holztisch: LinkedIn-Unternehmensseite Schritt für Schritt aufbauen

Foto: Unsplash

Eine LinkedIn-Unternehmensseite ist das offizielle Profil deines Unternehmens im beruflichen Netzwerk LinkedIn: Sie bündelt Informationen, Beiträge und Stellenangebote an einem Ort und verbindet dein Unternehmen mit den Profilen deiner Mitarbeitenden. Für Kunden, Partner und Bewerber ist sie oft der erste Eindruck nach der Website.

Viele Mittelständler haben zwar eine Seite angelegt, pflegen sie aber kaum. Dabei lässt sich eine LinkedIn-Unternehmensseite mit überschaubarem Aufwand professionell aufbauen. Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt dir, wie du Profil und Info-Text optimierst, Showcase-Seiten sinnvoll nutzt, einen Redaktionsplan aufsetzt und dein Team einbindest.

Warum sich eine LinkedIn-Unternehmensseite lohnt

LinkedIn ist das Netzwerk, auf dem Menschen in ihrer beruflichen Rolle unterwegs sind. Einkäufer prüfen dort potenzielle Lieferanten, Bewerber informieren sich über Arbeitgeber, Journalisten suchen Ansprechpartner. Eine gepflegte Seite signalisiert: Dieses Unternehmen ist aktiv und erreichbar.

Laut einer Bitkom-Umfrage aus dem Jahr 2025 unter Unternehmen ab 20 Beschäftigten haben 36 Prozent ein Profil auf LinkedIn. Viele Betriebe sind also noch gar nicht präsent. Wer jetzt sauber startet, kann sich in seiner Nische noch gut sichtbar positionieren.

Was eine gute LinkedIn-Unternehmensseite ausmacht

Eine überzeugende Seite erfüllt drei Aufgaben. Sie erklärt in Sekunden, was dein Unternehmen tut. Sie zeigt durch aktuelle Beiträge, dass hier Menschen arbeiten, die ihr Fach verstehen. Und sie macht es leicht, den nächsten Schritt zu gehen: Kontakt aufnehmen, die Website besuchen oder sich bewerben.

Unternehmensseite und persönliches Profil

Wichtig zu wissen: Auf LinkedIn entsteht viel Reichweite über persönliche Profile. Die LinkedIn-Unternehmensseite ersetzt diese nicht, sondern ergänzt sie. Sie ist das Fundament, auf das Geschäftsführung und Mitarbeitende verweisen, wenn sie über ihre Arbeit schreiben. Welche Rolle LinkedIn im Vergleich zu anderen Netzwerken spielt, beschreibt der Beitrag zu B2B-Social-Media.

Die LinkedIn-Unternehmensseite anlegen: Schritt für Schritt

Für die Einrichtung brauchst du ein persönliches LinkedIn-Profil, denn Unternehmensseiten werden immer von Personen verwaltet. Nutze idealerweise eine E-Mail-Adresse mit der Domain deines Unternehmens. So gehst du vor:

  1. Seite erstellen: Über den Bereich „Für Unternehmen“ eine neue Unternehmensseite anlegen und den Seitentyp wählen.
  2. Basisdaten eintragen: Offizieller Firmenname, individuelle LinkedIn-URL, Website, Branche, Unternehmensgröße und Rechtsform.
  3. Logo hochladen: Ein klares, quadratisches Logo, das auch in kleiner Darstellung erkennbar bleibt.
  4. Slogan formulieren: Ein kurzer Satz, der sagt, was du für wen tust.
  5. Titelbild gestalten: Ein Bild, das dein Team, deine Arbeit oder dein Markenversprechen zeigt.
  6. Info-Text schreiben: Ausführliche Beschreibung mit den wichtigsten Begriffen deiner Branche.
  7. Standorte und Kontakt ergänzen: Adresse, Telefonnummer und gegebenenfalls weitere Niederlassungen.
  8. Admins festlegen: Mindestens zwei Personen mit vollen Rechten, damit die Seite nie verwaist.

Prüfe vor dem Start, ob es bereits eine automatisch entstandene oder von ehemaligen Mitarbeitenden angelegte Seite gibt. Doppelte Seiten verwirren und verteilen die Follower auf zwei Profile statt auf eine starke LinkedIn-Unternehmensseite. In diesem Fall solltest du den Zugriff übernehmen oder die Seite über den LinkedIn-Support zusammenführen lassen.

Zugänge und Rollen sauber regeln

LinkedIn unterscheidet bei Seitenadministratoren verschiedene Rollen mit unterschiedlichen Rechten, etwa für die volle Verwaltung, für das Veröffentlichen von Inhalten oder nur für das Ansehen von Statistiken. Vergib Rechte so knapp wie möglich. Halte schriftlich fest, wer welche Rolle hat, und entziehe Zugänge sofort, wenn jemand das Unternehmen verlässt.

Impressum nicht vergessen

Auch auf einer LinkedIn-Unternehmensseite gelten die Informationspflichten für geschäftsmäßige digitale Dienste nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz. In der Praxis wird dafür meist ein gut sichtbarer Link zum Impressum der Website genutzt, etwa im Info-Bereich. Ob das in deinem Fall ausreicht, solltest du im Zweifel rechtlich prüfen lassen.

Team am Laptop folgt einer Präsentation zum Aufbau der LinkedIn-Unternehmensseite
Foto: Mapbox / Unsplash

Profil und Info-Text optimieren

Der Info-Text ist das Herzstück deiner Seite. Er erscheint im Bereich „Info“ und wird auch von Suchmaschinen erfasst. Viele Unternehmen kopieren hier einfach den Text von der Website. Besser ist eine Beschreibung, die auf die Leser auf LinkedIn zugeschnitten ist.

So baust du den Info-Text auf

  • Einstieg: In ein bis zwei Sätzen, was du tust, für wen und mit welchem Nutzen.
  • Leistungen: Die wichtigsten Produkte oder Dienstleistungen in klaren Worten.
  • Unterschied: Was dich von anderen unterscheidet, etwa Spezialisierung, Region oder Erfahrung.
  • Arbeitgeber: Ein Absatz für Bewerber: Wofür steht ihr als Team?
  • Kontakt: Wie man dich erreicht, plus Link zur Website und zum Impressum.

Angenommen, ein Spezialist für Industriereinigung mit 60 Beschäftigten beschreibt sich bisher als „Ihr kompetenter Partner für Reinigung“. Besser wäre: „Wir reinigen Produktionsanlagen in der Lebensmittelindustrie, auch im laufenden Betrieb und nach dokumentierten Hygienestandards.“ Das ist konkret, durchsuchbar und spricht genau die richtigen Entscheider an.

Typische Fehler im Profil

  • Ein unscharfes oder abgeschnittenes Logo, das in der kleinen Ansicht nicht erkennbar ist.
  • Ein leerer oder generischer Info-Text ohne konkrete Leistungen.
  • Veraltete Angaben zu Größe, Standorten oder Website-Adresse.
  • Keine Ansprechperson und kein Hinweis auf das Impressum.
  • Der letzte Beitrag ist mehr als ein halbes Jahr alt.

Bildsprache und Schaltfläche

Logo und Titelbild sollten zu deinem übrigen Auftritt passen. Nutze möglichst echte Fotos statt Stockbildern. Richte außerdem die Schaltfläche auf deiner Seite so ein, dass sie zu deinem Ziel führt, etwa zur Website, zur Kontaktseite oder zu offenen Stellen.

Showcase-Seiten: wann sie sinnvoll sind

Showcase-Seiten sind Unterseiten deiner LinkedIn-Unternehmensseite für einzelne Marken, Geschäftsbereiche oder Zielgruppen. Sie haben eigene Follower und eigene Beiträge. Für große Unternehmen mit klar getrennten Sparten sind sie praktisch.

Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen gilt jedoch: Eine gut gepflegte Hauptseite ist besser als drei halb gepflegte Showcase-Seiten. Sinnvoll werden sie, wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind:

Showcase-Seite lohnt sich, wenn …Eher verzichten, wenn …
ein Geschäftsbereich eine völlig andere Zielgruppe hatalle Bereiche dieselben Kunden ansprechen
eine eigene Marke mit eigenem Namen existiertdie Marke nur eine Produktlinie ist
genug Inhalte für regelmäßige Beiträge vorhanden sindschon die Hauptseite selten bespielt wird
eine Person verantwortlich istniemand Zeit für die Pflege hat

Wenn du Showcase-Seiten anlegst, verlinke sie in Beiträgen der Hauptseite und erkläre kurz, was Follower dort erwartet. Sonst bleiben sie unentdeckt.

Redaktionsplan für die LinkedIn-Unternehmensseite

Eine LinkedIn-Unternehmensseite ohne regelmäßige Beiträge wirkt verlassen. Ein einfacher Redaktionsplan hilft, dranzubleiben. Für die meisten Unternehmen sind ein bis zwei Beiträge pro Woche realistisch.

Themensäulen festlegen

Arbeite mit drei bis vier wiederkehrenden Themenbereichen. So musst du nicht jede Woche neu überlegen:

  • Fachwissen: Tipps, Antworten auf Kundenfragen, Einordnung von Branchenthemen.
  • Projekte: Abgeschlossene Aufträge, mit Zustimmung der Kunden.
  • Team und Arbeitgeber: Neue Kolleginnen, Ausbildung, Jubiläen, Einblicke in den Alltag.
  • Unternehmen: Messen, Auszeichnungen, neue Produkte oder Standorte.

Formate wie Dokumente zum Durchblättern, kurze Videos und Bilder mit wenig Text funktionieren auf LinkedIn meist besser als reine Linkbeiträge. Viele Inhalte musst du nicht neu erfinden, sondern kannst sie aus vorhandenem Material ableiten. Wie das geht, erklärt der Beitrag zum Content-Marketing mit kleinem Budget.

Beiträge richtig schreiben

Die ersten Zeilen eines Beitrags entscheiden, ob jemand auf „mehr anzeigen“ klickt. Beginne deshalb mit einer klaren Aussage, einer Frage aus dem Kundenalltag oder einem konkreten Ergebnis. Schreibe in kurzen Absätzen und verzichte auf Werbefloskeln.

Angenommen, eine Steuerberatungskanzlei postet nicht „Wir sind Ihr Partner für Steuern“, sondern „Drei Belege, die bei der Betriebsprüfung am häufigsten fehlen“. Der zweite Beitrag liefert Nutzen und zeigt Kompetenz, ohne sich anzubiedern. Beende Beiträge mit einer Frage oder einem Hinweis, wo es mehr Informationen gibt.

Einfache Vorlage für den Plan

Eine Tabelle mit diesen Spalten genügt: Datum, Themensäule, Thema, Format, verantwortliche Person, Status. Plane etwa einen Monat im Voraus, lass aber Platz für aktuelle Anlässe. Antworte zeitnah auf Kommentare, denn Austausch ist auf LinkedIn wichtiger als Masse.

Mitarbeitende einbinden

Die wirksamste Reichweite für deine LinkedIn-Unternehmensseite kommt von deinem Team. Wenn Mitarbeitende die Seite in ihrem Profil als Arbeitgeber verknüpfen, erscheint dein Logo dort, und Besucher landen über ihr Profil auf deiner Seite.

  1. Verknüpfung prüfen: Bitte alle Interessierten, ihre aktuelle Position mit der richtigen Unternehmensseite zu verbinden.
  2. Einladen: Mitarbeitende können ihre Kontakte einladen, der Seite zu folgen.
  3. Teilen erleichtern: Informiere das Team über wichtige Beiträge, damit sie diese mit eigenen Worten kommentieren oder teilen.
  4. Freiwilligkeit respektieren: Niemand sollte zum Posten verpflichtet werden.
  5. Leitlinien geben: Eine kurze Social-Media-Richtlinie schafft Sicherheit, was geteilt werden darf.

Die Geschäftsführung als Gesicht

Im Mittelstand ist die Inhaberin oder der Geschäftsführer oft die bekannteste Person des Unternehmens. Ein gepflegtes persönliches Profil, das regelmäßig Einblicke und Haltung zeigt, verstärkt die LinkedIn-Unternehmensseite erheblich. Beiträge der Seite lassen sich dort mit einem persönlichen Kommentar teilen, was meist mehr Aufmerksamkeit erzeugt als der Originalbeitrag.

Gerade für die Personalsuche ist das wertvoll. Bewerber schauen sich an, wer bereits im Unternehmen arbeitet und wie diese Menschen über ihren Arbeitgeber sprechen. Mehr Ansätze dazu findest du im Beitrag Fachkräfte gewinnen.

Analytics: Erfolg messen und nachsteuern

LinkedIn stellt für Unternehmensseiten eigene Statistiken bereit, die Administratoren direkt auf der Seite abrufen können. Sie zeigen unter anderem, wer deine Seite besucht, wie sich die Zahl der Follower entwickelt und wie Beiträge ankommen.

BereichWas du ablesen kannst
BesucherAufrufe der Seite und Merkmale der Besucher, etwa Branche oder Funktion
FollowerWachstum und Zusammensetzung deiner Follower
InhalteImpressionen, Reaktionen, Kommentare und Klicks pro Beitrag
MitbewerberVergleich mit ausgewählten anderen Unternehmensseiten

Schau einmal im Monat in die Statistiken deiner LinkedIn-Unternehmensseite. Entscheidend ist nicht, ob einzelne Beiträge viele Likes bekommen, sondern ob die richtigen Menschen folgen: Passen Branche, Region und Funktion zu deiner Zielgruppe? Ergänze die Zahlen um Rückmeldungen aus Vertrieb und Personalabteilung.

Stellenanzeigen und bezahlte Reichweite

Über die LinkedIn-Unternehmensseite kannst du auch Stellen ausschreiben und Beiträge gegen Bezahlung gezielt bewerben. Das lohnt sich, wenn du eine klar umrissene Zielgruppe erreichen willst, etwa Fachkräfte einer bestimmten Funktion in deiner Region. Starte mit kleinen Budgets, miss die Ergebnisse und erhöhe erst, wenn sich ein Erfolg zeigt.

Das Wichtigste in Kürze

Eine LinkedIn-Unternehmensseite ist das Fundament deiner Präsenz im wichtigsten beruflichen Netzwerk. Lege sie sauber an, formuliere einen konkreten Info-Text, achte auf Logo, Titelbild und Impressumshinweis und benenne mindestens zwei Admins. Showcase-Seiten brauchst du nur, wenn du wirklich getrennte Zielgruppen ansprichst.

Mit einem einfachen Redaktionsplan, drei bis vier Themensäulen und einem Team, das freiwillig mitmacht, wird die Seite lebendig. Prüfe monatlich die Statistiken und frage dich, ob die richtigen Menschen erreicht werden. So wird deine LinkedIn-Unternehmensseite vom digitalen Briefkasten zum Werkzeug für Vertrieb und Recruiting.

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